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Der GC21 ist die Basis für eine Vielzahl von Anwendungen: Onlinekurse, Programmwebsites, Projektarbeitsräume, Webkonferenzen, Kontaktforen und mehr.

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Aktuelles

Mit CSR auf zu neuen Möglichkeiten

Mit der Übernahme Unternehmerischer Sozialverantwortung, englisch Corporate Social Responsibility (CSR), verändert sich derzeit die Firmenmentalität in Latein Amerika. „Diese Mentalitätsänderung hat mittlerweile sogar Unternehmensmanager in abgelegenen Gebieten der Region erreicht“, so Pedro Lins, Unternehmensberater im brasilianischen Sao Paolo. Lins ist zudem Alumni des CSR-Kurses, der als Teil des CSR-Mercosur-Programms durchgeführt und von der GIZ zwischen 2006 und 2010 organisiert wurde. Insgesamt 1.161 Teilnehmer aus Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay haben über dieses Programm ein Training erhalten. Als Multiplikatoren ist es nun ihre Aufgabe, diesen Kurs, den es immer noch auf der E-Learning-Plattform der GIZ, dem Global Campus 21, gibt, anzubieten und auszurichten.

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Initiativen wie dieses Programm sind keineswegs isolierte Einzelanstrengungen und hinterlassen kleine Erfolge, die mit dem stetigen Ansteigen des Bürgerinteresses für Umwelt und Sozialverantwortung einhergehen, das in den vergangenen Jahren stattfand. Eine Haltung, die schon heute einerseits die Verhaltensweisen von Verbrauchern und Investitionsentscheidungen beeinflusst, während die Unternehmen andererseits zunehmend sensibilisierter dafür werden, soziale Verantwortung zu übernehmen.

Unternehmen liefern die Inhalte

Auf Unternehmensseite binden CSR-Programme auf sämtlichen Geschäftsebenen der Firma sozial- und umweltnachhaltige Entwicklungskriterien in die Erzielung von Gewinnen ein. Dies beinhaltet einen Führungsstil, der sich über die ethischen und transparenten Beziehungen des Unternehmens definiert, die es zu denjenigen unterhält, mit denen es interagiert. Daher ist CSR laut Alberto Willi, Professor an der IAE Business School in Argentinien „ein Dachkonzept, das das Rahmenprogramm liefert, welches jedes Unternehmen mit eigenem Inhalt füllt.“

Doch jenseits der Verantwortung, die die Firmen übernehmen müssen, ist CRS auch mit Chancen verbunden. Zum Beispiel, indem Corporate Social Responsibility die unternehmerische Tätigkeit und die Gesellschaft, in die das Unternehmen eingebettet ist, bereichert. Pedro Lins nennt dabei das Beispiel Brasiliens. Dort gebe es eine große Gruppe an Unternehmern, die gelernt hat, „dass das Thema CRS dazu beitragen kann, ihr Geschäft zu vergrößern und zu festigen.“ In Brasilien wird die Übernahme Unternehmerische Sozialverantwortung als wichtiger Faktor angesehen, wenn es darum geht, sein Unternehmen zu positionieren und konkurrenzfähig für den globalen Markt zu machen. Es ist eine wichtige Methode, sich von Asien abzugrenzen, das mit niedrigen Preisen konkurriert. Und sie ermöglicht es brasilianische Firmen, ausgereiftere Märkte anzustreben, zum Beispiel in den USA oder Europa, wo Verantwortung bereits die Kaufentscheidung des Kunden beeinflusst.

CSR als Strategie

CSR verschafft, so Lins, den Firmen darüber hinaus die Möglichkeit, die unternehmerischen Beziehungen zu ihrem Umfeld zu überprüfen und neu darüber nachzudenken, was der wahre Sinn Bedeutung eines Unternehmens ist. Im Grunde kehren die Firmen damit zur Idee der Gemeinschaft zurück, die auf dem Gedanken basiert, dass die Menschen als Teil dieses Unternehmens verantwortlich sind und nicht die Firma im Allgemeinen. Dort, wo diese Praxis angewendet wird, geht CSR einen Schritt weiter: Es führt eine neue Unternehmenskultur ein, die, gemeinsam mit einem Ethikkodex und einem Werte-Managementsystem, in die Firma Einzug hält. Unternehmen streben nicht nur nach Qualität und Wettbewerbsfähigkeit, sie wollen mehr. „Weltweit wird CSR oft als selbstloser Einsatz angesehen, aber für uns, die wir eng zusammen daran arbeiten, ist es eine strategische, langfristige Maßnahme“, erklärt Alberto Willi. In Lateinamerika, einer Region die geprägt ist von einem hohen Armutsindex, erreicht CSR eine herausragende Dimension. Denn es sie signifikant dazu beitragen, soziale Probleme zu lösen. So wie im Fall Argentiniens, wo gemäß öffentlicher Meinungsumfragen – auf die Frage, wie sie mit Ressourcen umgehen, antworteten die meisten Menschen, damit den Armen zu helfen – CSR üblicherweise in sozialen Projekten umgesetzt wird, typischerweise im Bildungs- oder Gesundheitsbereich.

Zu den häufigsten Praktiken und Mitteln, mit denen Verantwortung und Bewusstsein für die Umwelt geweckt werden, zählt die Unterstützung örtlicher Gemeinden bei Gesundheits-, Bildungs-, Sport- oder Freiwilligenprogrammen. Ein weiteres Vorgehen ist, die Dienstleister zu begrenzen, die die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Verantwortung nicht einhalten. Im Sinne von CSR aktiv zu werden, beinhaltet auch, Aktionen zu planen und zu generieren, die mit dem jeweiligen Geschäftsfeld eines Unternehmens zu tun haben. So hat zum Beispiel Cargill, ein Lebensmittelunternehmen, in ein Projekt investiert, das die Verbreitung gesunder Ernährungsgewohnheiten fördert, um die Entstehung von Fettleibigkeit und Diabetes zu reduzieren.

Promotoren spielen bei der Implementierung von CSR in der Region eine wichtige Rolle. In Argentinien haben diese Rolle große Firmen übernommen. Die unternehmerische Sozialverantwortung wird dort über Praktiken verbreitet, die von den multinationalen Tochterfirmen eingeführt werden – während in Brasilien der Hauptpromoter die nationale Regierung ist. Aber vor allem liegt die Garantie für einen guten CSR-Plan in der Auseinandersetzung aller Beteiligten – den öffentlichen Verwaltungen, dem Unternehmens- und NGO-Sektor – das ist ebenfalls der Schlüssel für den Erfolg von CSR in Brasilien. In diesem Land waren sich diese drei Beteiligten über die zentrale Bedeutung unternehmerischer Verantwortung einig und gestalteten dazu eine allgemeine Agenda. Ein Beispiel für ihren gemeinsamen Erfolg ist das Ethos Institute, das eine große Anzahl an Firmen aus dem gesamten Land zusammenbringt und ihnen Dienstleistungen im Bezug auf CSR-Praktiken anbietet. Das Institut wurde zum internationalen Referenzzentrum in diesem Bereich. Laut Pedro Lins kann nicht nur der private Sektor gesellschaftlich-ökologische Verantwortung übernehmen; daran müssen öffentliche Hand und Gesellschaft gemeinsam arbeiten, es müssen Brücken gebaut werden, zwischen beiden. „Weder ersetzt der private Sektor die Regierung noch können wir die gesamte Verantwortung in einer Hand belassen: CRS beinhaltet gemeinsame Beteiligung und gemeinsame Verantwortung.“

Wichtiger Beitrag der GIZ

In Argentinien gibt es eine Vielzahl von Einzelimpulsen, den vielen zivilen Organisationen gelingt es nicht, einen wirklichen Einfluss zu erzielen; die Regierung hält sich bislang raus. Daher kann man, so Alberto Willi, sagen: „Wenn Brasilien ein Weltklasse-Beispiel für CSR ist, hinkt Argentinien einen Schritt hinterher.“ CSR ist eine neue Bewegung, die durch Konzerne vorangetrieben wird. Für kleine und mittlere Unternehmen, das sind 90 Prozent der argentinischen Firmen, ist es ein schwieriger Übergang. Sie sehen es immer noch als ein Ziel an, das es zu erreichen gilt. Für viele dieser Betriebe ist CSR ein Luxus, eine Sichtweise, die den allgemeinen Status von Unternehmerischer Sozialverantwortung in dieser Region wiederspiegelt.

Angesichts dieser Realität, hat das CSR-Programm der GIZ wesentlich zur Verbreitung und Einführung von Corporate Social Responsibility in der Mercosur-Region beigetragen. Seit Programmstart haben mehr als 1000 Teilnehmer den Kurs, der immer noch angeboten wird, absolviert. So sind viele Menschen in einem Netzwerk für CSR und Nachhaltigkeit zusammengekommen. Mit dem Ziel Wettbewerb im Bereich CSR zu fördern und dazu beizutragen, ein günstiges Umwelt für eine nachhaltige Geschäftsentwicklung zu schaffen, hat die GIZ (damals InWEnt und GTZ) gemeinsam mit der Mercosur Germany Alliance, einem Gefüge aus deutschen Industrie- und Handelskammern in der Region, das Centro de Competencia Mercosul para CSR, „Unternehmerische Verantwortung vor dem Hintergrund klimatischer Veränderung“, in der Region, geschaffen. Und die GIZ unterstützt die Multiplikatoren bis heute dabei, sich untereinander zu vernetzen. „Denn sie haben die große Möglichkeit und die wichtige Aufgabe, diese Themen in ihrer Region zu verbreiten, um den Ländern dabei zu helfen, nachhaltiger und wettbewerbsfähiger zu werden“, erklärt Pedro Lins.

 

Per Mausklick zu neuen Geschäftspartnern aus aller Welt: Erfolgreiches Managerfortbildungsprogramm mit neuer Kooperationsbörse

Kateryna Murachowska arbeitet als Managerin für Außenwirtschaft für die ukrainische Firma Poltawa-Ski. Das mittelständische Unternehmen plant und baut Skizentren in der Ukraine und übernimmt zudem die Montage, Lieferung und Wartung der Seillifte, die es in seinen Anlagen einsetzt. Um neue Kooperationspartner in Deutschland zu finden, nahm Murachowska am Managerfortbildungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) teil. Dabei lernte die junge Frau die bayerische Firma Loipolder Seilbahn-Technik kennen und knüpfte unter anderem Kontakte zur Kässbohrer Geländefahrzeug AG.

Heute kooperiert Poltawa-Ski mit einigen deutschen Sessel- und Schleppliftherstellern und vertreibt deren Produkte in der Ukraine. Zudem ist das Unternehmen Generalvertreter der Kässbohrer-PistenBullys und kümmert sich auch um die Wartung der Fahrzeuge. Erfolgreiche, länderübergreifende Wirtschaftskooperationen, von denen deutsche und ausländische Firmen nachhaltig profitieren, sind das Ziel des BMWi-Managerfortbildungsprogramms. Über eine neu geschaffene Kooperationsbörse können nun auch die Firmen, die nicht an diesem Programm teilnehmen, solch wichtige internationale Wirtschaftskontakte kostenfrei knüpfen.

Das Managerfortbildungsprogramm will Türen öffnen, über Grenzen hinweg, schnell, effektiv und unkonventionell. Jährlich kommen etwa 800 junge Führungskräfte aus Unternehmen aller Branchen und Größen aus 13 Ländern Osteuropas, Zentralasiens und Asiens zur ein- oder dreimonatigen Fortbildung nach Deutschland. Die meisten der Teilnehmer sind aus Russland und der Ukraine, aber auch Unternehmen aus Ländern wie China und Indien sind äußerst gefragt. Unter den teilnehmenden Betrieben sind zahlreiche Mittelständler, insbesondere aus dem Maschinenbau, vertreten. „Wichtige Voraussetzung ist, dass die Firmen Interesse daran haben, mit deutschen Unternehmen Geschäftsbeziehungen aufzunehmen“, sagt Daniel Strube, zuständig für das Programmmarketing, von der GIZ, die das Managerfortbildungsprogramm im Auftrag des BMWi koordiniert und organisiert.

Das breit gefächerte Programm bietet den Teilnehmern neben Schulungen zu verschiedenen Themen wie interkulturelles Management oder Verhandlungstraining, auch die Möglichkeit, direkt in für sie interessanten Unternehmen zu gehen. Strube: „Dort geht es dann zum Beispiel um mögliche Kooperationen oder sie erfahren, wie man eine Qualitätsabteilung aufbaut oder ein Produkt zertifizieren lässt.“ Das Programm wird von elf Fortbildungszentren, die über ganz Deutschland verteilt sind, auf die Bedürfnisse der Teilnehmer zugeschnitten und von der GIZ geprüft. Die Zentren sind für eine bestimmte Anzahl an Fortbildungsteilnehmern zuständig, eine Gruppe besteht meist aus 20 Personen. Diese besuchen immer gemeinsam möglichst viele Unternehmen während ihres Deutschlandaufenthalts, manchmal bis zu 60 Firmen in ihrem Umkreis. „Auf Wunsch sind aber auch Einzeltreffen möglich, auch zu Betrieben, die weiter entfernt liegen“, sagt Strube.

Der erste Kontakt zwischen Organisatoren und Teilnehmern erfolgt online, auf dem Global Campus des Managerfortbildungsprogramms. Dort hat jeder Besucher ein eigenes Profil. „Damit sich die Teilnehmer auch untereinander vernetzen können, haben wir einen virtuellen Marktplatz eingerichtet, der nur für sie zugänglich ist“, erklärt Strube. Eine Datenbank, die jedes Jahr um viele weitere Besucher wächst. Dieser Fundus an potentiellen internationalen Geschäftspartnern soll nun auch deutschen Unternehmen zur Verfügung stehen – in Form einer neu eingerichteten Online-Kooperationsbörse. Diese richtet sich gezielt an deutsche Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen mit den am Programm teilnehmenden Ländern aufnehmen wollen. Über die Kooperationsbörse können die Firmen Kontakte zu den Teilnehmern knüpfen, die für sie interessant sind. Die bringen wir dann direkt ins Unternehmen, dadurch unterscheiden wir uns von anderen Börsen dieser Art“, sagt Daniel Strube. Möchte also ein deutscher Bauunternehmer jemanden aus der Baubranche in Russland kennenlernen, muss er online einfach das entsprechende Land und die Branche ankreuzen.

Das Unternehmen kann dann einen oder mehrere Teilnehmer zu sich einladen oder einen Praktikumsplatz über zwei Monate anbieten. „Solche Anfragen und Angebote binden wir dann schnell und kurzfristig in das laufende Managerfortbildungsprogramm ein, sodass zeitnahe Treffen mit Teilnehmern, die bald nach Deutschland reisen, zustande kommen.“ Diese persönlichen Treffen erfolgen meist mit der gesamten Gruppe, die das jeweilige Fortbildungszentrum betreut. Aber auch Einzeltreffen sind möglich. „Das deutsche Unternehmen bekommt vorab aus Datenschutzgründen keine Kontaktdaten der Teilnehmer, die erhält es nur vor Ort bei den Treffen. Der persönliche Termin ist immer zwischengeschaltet.“

Diese unkomplizierte Vermittlung ist für die Firmen kostenfrei. Auch die Fortbildungszentren profitieren davon, denn sie finden so leichter neue, interessante Firmen, die die Teilnehmer besuchen können. „Der Vorteil für deutsche Unternehmen ist ganz klar, schnell und unkompliziert Beziehungen internationaler Art aufzubauen und zuverlässige Kooperationspartner zu finden“, meint Strube. „Mit dem Managerfortbildungsprogramm machen wir die Teilnehmer fit für Geschäfte mit deutschen Firmen. Sie sind vielleicht auf ihrem Markt erfolgreich, aber wenn es darum geht, international Geschäfte zu machen, brauchen sie noch mehr Know-How.“

Insbesondere in Osteuropa und Asien gehe man an Projekte zum Teil anders heran als in Deutschland. „Geschäftsleute aus der Ukraine oder Indien legen nicht immer alle ihre Ziele schriftlich fest und sind weniger detailliert in der Vorbereitung“, weiß Strube. „Wenn deutsche Unternehmen dann mit einem ausgearbeiteten Konzept kommen, fühlen sich viele dadurch erst einmal abgeschreckt.“ Umgekehrt sei es für hiesige Firmen wichtig zu wissen, dass dieses Verhalten keine Nachlässigkeit sei, sondern kulturell begründet ist.

Die neue Kooperationsbörse ist abrufbar unter

http://www.giz.de/gc21/mp-wirtschaftskontakte

Mediengestütztes Lernen zu jederzeit, an jedem Ort: Konzept und technische Umsetzung des neuen M-Portals

Lernen zu jederzeit, an jedem Ort: Die neue GIZ-Lernplattform für Mobiltelefone und Tablet-PCs macht dies möglich. Im Mai dieses Jahres ging das M-Portal der E-Academy an den Start. Volker Lichtenthäler, Projektleiter M-Learning der GIZ, erklärt den konzeptionellen Ansatz und Volker Wolf, Experte für Lernspielprogrammierung und Multimediaentwicklung, erläutert, vor welchen Herausforderungen er bei der technischen Umsetzung stand.

Was ist neu beim Mobilen Lernen?

Volker Lichtenthäler: Zunächst muss man festhalten, dass Micro-Learning nichts wirklich Neues ist. Viele von uns haben mit Karteikärtchen Vokabeln oder Formeln gelernt. Es ist eine Methode der kleinen Schritte mit sofortigem Feedback und schnell mal zwischendurch umsetzbar. Hier setzt das Mobile Learning, dem Lernen mit portablen mobilen Medien und Geräten wie Smartphones, an, und es ergänzt E-Learning um einen entscheidenden Faktor: mit mediengestütztem Lernen zu jederzeit, an jedem Ort. Für uns ist M-Learning eine konsequente Weiterentwicklung und Ergänzung des E-Learning, das sich auf die Lernplattform Global Campus 21 stützt. Freilich erhoffen sich die Lernenden “einen größeren Kick”, eine visuelle, vielleicht auch audio-unterstützte, jedenfalls viel spielerische Art des Lernens in kleinen, gleichsam mundgerechten Häppchen.

Auf welchen Geräten läuft das M-Portal?

Volker Wolf: Hauptsächlich auf mobilen Geräten wie Smartphones, Notebooks oder auch Pads beziehungsweise Tablet-PCs. Natürlich läuft es auch auf dem PC, durch ein Fluid Layout passt sich die Darstellung der Bildschirmbreite an. Doch eigentlich haben wir das Portal speziell für die Smartphone- und Pad-Klasse aufbereitet. Das bedeutet vor allem, dass Inhalte über einen kleinen Bildschirm gut lesbar sind und der Benutzer nicht seitlich, sondern nur nach unten scrollen muss. Außerdem muss sich die Auflösung immer an das jeweilige Display des Gerätes anpassen, da ja die Größer solcher Smartphone-Bildschirme variiert.

War das eine Herausforderung?

Volker Wolf: Ja, denn es galt eine Form zu finden, die auf allen mobilen Device-Geräten benutzbar ist. Da es bei dieser Geräteklasse inzwischen viele verschiedene Hard- und Software-Varianten gibt, von dem bekannten Apple iPhone, iPad oder Android über Windows 7 und mehr. Eigentlich kochen jeder Anbieter und jede Plattform ihr eigenes technisches Süppchen. Daher haben wir uns darauf geeinigt, die Inhalte in einem Webbrowser anzubieten. Es geht hier also um mobiles Internet.

Das heißt, ich gehe also mit dem Smartphone ins Netz?

Volker Wolf: Ja, über Ihren Browser im Smartphone gehen Sie zu einer Internetadresse, wie am PC, dann öffnet sich eine Startseite. Da gibt es ein Hauptmenü, über das man per Touchscreen einzelne Menüpunkte anwählen und von da aus weiter navigieren kann.

Wie sieht die Verbindung zur Lernplattform, zum GC21, aus?

Volker Lichtenthäler: Das M-Portal gehört zur Management Skills Group (MSG), einem eigenen Bereich des Global Campus 21. Über das M-Portal und mit Ihrem Handy können die Mitglieder dieser Community of Practice, in der Regel Absolventen unserer Onlinekurse und GIZ-Stipendiaten, die aktuellen News, Inhalte oder Mitglieder der MSG aufrufen und nachschauen, welche Mitgliederinfos oder welche Kontaktdaten dort hinterlegt sind. Das Portal dient also nicht einfach nur der Vermittlung von Lerninhalten, sondern auch der Information, Diskussion und Vernetzung, also der Nachhaltigkeit unseres E-Learning.

Es werden aber auch Inhalte aus dem Management Skills Group-Bereich über die neue Lernplattform vermittelt?

Volker Lichtenthäler: Ja klar, denn dieser M-Learning-Bereich ist nur zugänglich für MSG-Mitglieder. Die Idee dahinter ist ja, dass gerade in den Entwicklungsländern für viele Menschen das Smartphone besser erreichbar und nutzbar ist, als der PC, auch weil die Internetverbindung über das Mobiltelefon besser ist. Das Smartphone ist schon ein regelrechter Computerersatz. Andererseits werden Lerninhalte auch speziell für dieses Medium erstellt. Daher ist der Hauptbereich des neuen Portals besonders interessant, denn es stellt so genannte Knowledge-Nuggets zur Verfügung.

Was genau sind Knowledge-Nuggets?

Volker Lichtenthäler: Das sind kleine Wissens-Schnipsel. Die können die Teilnehmer entweder selbst erstellen und die Beiträge werden dann von uns überarbeitet. Oder sie machen Vorschläge für ein Knowledge-Nugget, das wir dann erstellen. Bei diesen Wissens-Schnipseln gibt es verschiedene Themengebiete wie Global Affairs, Organizational Management, Leadership, Career und mehr. Ein Nugget besteht aus maximal drei mobilen Seiten. Wir bauen dann noch ein bis zwei Grafiken ein, teils animiert. Und bei einigen gibt es einen kurzen Test, mit dem die Nutzer herausfinden können, ob sie den Inhalt verstanden haben. Zu jedem Wissensschnipsel kann der Leser zudem ein Feedback geben. Wie ein kleines Forum, aber nur sehr rudimentär mit kurzen Texten. Der Nutzer kann auch ganz spontan reagieren, ein Foto schießen und dort einstellen, zum Beispiel von seinem Arbeitsplatz, wenn es um das Thema „Organisation“, oder von einem Plakat am Busbahnhof, wenn es um “Werbung” geht.

Das ist ja ein richtiger Medienmix.

Volker Wolf: Ja genau, Texte, Bilder, Animationen, Audio-Dateien, Podcasts all das kommt im M-Portal auf einer Seite zusammen. Diese Seite versucht, das war auch unser ausdrückliches Ziel, die medialen Elemente mit Hilfe von browsereigenen Funktionen darzustellen und dazu keine externen Funktionen wie Plug-ins zu verwenden, sodass das Portal auf allen mobilen Geräten und mit jedem Browser benutzbar ist und funktioniert.

Und das ist möglich?

Volker Wolf: Na ja, eigentlich haben sich alle Hersteller auf die Fahne geschrieben, Standards wie HTML5 zu unterstützen. Genau diesen Standard verwenden wir für das

M-Portal. Aber die Unterstützung ist bei jedem unterschiedlich ausgeprägt. Zum Beispiel ein iPhone lässt ein Hochladen von Dateien auf dem Webbrowser nicht zu, aus Sicherheitsgründen. Doch die Entwicklung ist sehr rasant. So kommen zum Beispiel bei der Android-Version — dem meist verbreiteten Betriebssystem bei Smartphones — ständig neue Versionen heraus. Mit jeder Version wird dieser HTML5-Standard besser unterstützt.

Wie ist es mit Apps?

Volker Wolf: Viele Anbieter benutzen sogenannte Apps, also kleine Applikationen beziehungsweise Programme, die man herunterladen und deren Inhalte offline wiedergeben sowie verknüpfen kann. Diese Apps laufen aber jeweils nur auf bestimmten Plattformen oder Geräten eines bestimmten Herstellers. Das wollen wir ja nicht, wir wollen unsere Inhalte ja auf allen möglichen verschiedenen Plattformen anbieten können. Das würde aber bedeuten, dass wir für jedes Gerät ein eigenes App entwickeln müssten. Das wäre enorm aufwändig.

Wird es denn irgendwann möglich sein, alle Anbieter und Browser unter einen Hut zu bekommen?

Volker Wolf: Ja, ich denke schon. Wenn sich die Browserversionen weiterentwickeln, was sie ständig tun, und diesen HTML5-Standard weiter und besser unterstützen, sodass wir die Website nicht neuen Browserversionen anpassen müssen. Dann läuft die Seite mehrere Jahre, ohne dass wir viel verändern müssen.

Wie geht es weiter mit der mobilen Website der E-Academy und der Management Skills Group?

Volker Lichtenthäler: Wir werden Lernspiele integrieren. Ein Browser-Game zum Thema „Arbeiten in interkulturellen virtuellen Teams” ist in der Entwicklung und wird in Kürze auf der mobilen Seite eingebunden werden. Wir sprechen auf diese Weise mehr „Lernertypen” an und erhöhen die Flexibilität.

Veränderungen anstoßen: Das GIZ-Programm „Liderazgo para el Cambio Sostenible“

Das GIZ-Programm „Liderazgo para el Cambio Sostenible“ (Management für nachhaltige Entwicklung) richtet sich an Experten aus Lateinamerika, die einen Beitrag zu gesellschaftlichen Veränderungen in ihren Ländern leisten wollen. Dazu braucht es Menschen, die in der Lage sind, solch einschneidende Veränderungsprozesse anzuregen und zu koordinieren.

Das Hauptziel des Programms ist daher, die beruflichen, methodologischen und sozialen Kompetenzen der Teilnehmer zu verbessern. So können diese Veränderungsprozesse erfolgreich anstoßen und beeinflussen. Deshalb hat das Programm auch einen sehr starken praktischen Bezug. Denn sowohl die Themen als auch die Lernziele sind auf die berufliche Praxis der Teilnehmenden ausgerichtet. Die Schulung sozialer Kompetenzen ist daher ein fester Bestandteil des Programms, denn diese sogenannten Soft Skills sind in einer globalisierten Welt unerlässlich.

„Liderazgo para el Cambio Sostenible” wird als Blended Learning-Programm angeboten. „Während der Onlinephase steht den die Beteiligten eine größere Auswahl an Texten, Literatur und Dokumenten zur Verfügung als üblich, so können sie ihre Arbeitsmaterialien selbst auswählen und individuell zusammenstellen“, erklärt Yenny Melgar, E-Learning Expertin und Koordinatorin der Kurse in Lima, Peru. „Zugleich wird der persönliche Kontakt untereinander und zu den Koordinatoren gefördert. Die Kursteilnehmer können sich miteinander austauschen und Netzwerke knüpfen.“

Da sich das Programm an Fachleute aus verschiedenen Tätigkeitsfeldern und Branchen richtet, zum Beispiel aus den Bereichen IT, Pädagogik, Gesundheit oder Ökologie, setzt es sich aus verschiedenen Kurssegmenten zusammen. Diese werden je nach Bedürfnissen und Anforderungen der Teilnehmer zusammengestellt, abhängig davon, ob sie im öffentlichen, privaten Sektor oder für eine NGO tätig sind. Jedes Segment besteht dabei aus vier oder fünf Einheiten. Zuerst werden die einzelnen Themen festgelegt, die einen Bezug zu den bestehenden Verhältnissen in Lateinamerika haben müssen. So kann man geeignete Strategien entwerfen, um Veränderungsprozesse anzustoßen. Das Kursangebot wird stetig erweitert und aktualisiert.

Neben den Kurselementen, die sich auf spezifische Themen konzentrieren, gibt es auch eine Reihe von Kursen, die zwei oder mehr Disziplinen behandeln. „Transversale Bauelemente wie ‚Género‘ (Gender), ‚Facilitación con enfoque participativo‘ o ‚Gestion de cambio‘, haben einen interdisziplinären Ansatz, und der ist eine besondere Bereicherung und Motivation für die Teilnehmer“, so die E-Learning-Expertin Melgar.

„Was diese Lehrveranstaltungen so bedeutsam macht, ist, dass sie sich sehr nah an der Wirklichkeit in Lateinamerika orientieren.“ So setze sich der Kurs „Incidencia Politica“ („Politische Auswirkungen“) unter anderem mit Konflikten auseinander, die aus neuen Vorschriften für den Umgang mit Wasserressourcen in Ländern wie Perú, Ecuador und Bolivien resultieren: So müssen unter anderem die Wasserpreise , die in den wohlhabenden Vierteln künstlich niedrig gehalten wurden, nun neu angepasst werden. Einige der Kurse werden zusammen mit Einrichtungen wie Ministerien, und NGOs organisiert.

Neben großem Engagement wird von den Teilnehmern auch erwartet, ihr Wissen und ihre Erfahrungen an andere Menschen weiterzugeben. Melgar: „Diese Art des Lernens erfordert Teilnehmer, die selbstkritisch sind, innovative Ideen haben sowie viel Eigeninitiative und Mut zur Veränderung mitbringen.“

Dialog im Klassenzimmer

Hauptziel des Programms “ProCalidad – Perfeccionamiento Profesional en Calidad de la Educación” ist, die Qualität der Lehrerausbildung in Peru, Honduras und Guatemala zu verbessern. Bildungsqualität umfasst nicht nur den Erwerb von Wissen und Fähigkeiten, sondern auch die Entwicklung demokratischer Werte und die Integration in die Gesellschaft.

ProCalidad richtet sich an Dozentinnen, Dozenten und Leitungspersonal aus Lehrerausbildungsstätten, Universitäten und Nichtregierungsorganisationen in Guatemala, Honduras und Peru. Das Programm wird seit 2006 als International Leadership Training von InWEnt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und in enger Zusammenarbeit mit Einrichtungen aus den drei Zielländern angeboten. Dabei reflektieren die Teilnehmenden ihr Bildungssystem und entwickeln neue pädagogische Ansätze – speziell für eine neue Dialogkultur im Klassenzimmer; die Schule wird grundsätzlich als interkultureller Raum konzipiert.

Das Programm strebt nicht nach einer Spezialisierung auf ein bestimmtes Gebiet des pädagogischen Spektrums – vielmehr sollen die Teilnehmenden über breite Visionen nachdenken, die nachhaltig die Bildungsqualität in ihren Ländern verbessern. Es wird erwartet, dass die Teilnehmenden eigene Konzepte und praktische Vorschläge für ihre eigenen Organisationen entwickeln. Die “Transferprojekte” werden im Anschluss an den Kurs von den Teilnehmenden an ihrem Arbeitsplatz umgesetzt.

In der Fortbildung benutzen die TN die virtuelle Plattform Global Campus 21 zum Austausch über spezifische Bildungsthemen. Während der Präsenzphase in Deutschland vertiefen die ILT-Teilnehmer ein Jahr lang ihr fachliches Know-how, ihre Führungs- und Organisationskompetenz. Nach dem Abschluss dient der GC21 als Treffpunkt und Plattform für alle, auch die ehemaligen Teilnehmenden. Dort können sie über die Entwicklung ihrer Projekte diskutieren und andere um Unterstützung bitten.

[Über ProCalidad]