Kommunale Partnerschaft mit Kick

2010 richtet Südafrika das weltgrößte Sportereignis, die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft, aus – damit findet sie zum ersten Mal in Afrika statt. Deutsche Experten wissen noch von der eigenen WM: das Organisationstalent der WM-Städte ist jetzt gefragt. Denn es geht um mehr als Stadionbau und Fan Parks. Es gibt kaum ein kommunales Arbeitsfeld, das nicht von den WM-Vorbereitungen betroffen ist: Verkehr, Sicherheit, Energie, Marketing oder Tourismus.

Deutsche WM-Städte haben 2006 die Herausforderungen der WM gut gemeistert. Seit 2007 möchten sie nun ihre Erfahrungen an die süd-afrikanischen Fachkollegen weitergeben. Das Projekt heißt “Südafrika 2010 – Deutschland 2006: Kommunale Partnerschaft mit Kick”! Deutsche Kommunen stellen nicht nur ihre Know-how in nachhaltiger Stadtentwicklung dem afrikanischen Partner zur Verfügung – sie vertiefen dabei umgekehrt ihre Kenntnisse von der Partnerregion. Beide Seiten tauschen sich aus, um Lösungsansätze für aktuelle Themen zu finden, die beide Seiten betreffen.

Konkret heißt das: Bedarfsorientiert führen deutsche Experten für kommunale Akteure in Südafrika Beratungen durch. Über 70 Experten aus 13 deutschen WM-Städten und Teamstandorten sind für das Projekt aktiv. Sie beraten zu allen Fragen der WM-Organisation. Zur Vorbereitung auf ihre Einsätze werden sie durch die Vorbereitungsstätte für Entwicklungszusammenarbeit (V-EZ) interkulturell und landeskundlich geschult. In Deutschland finden zudem Veranstaltungen auf Stadtplätzen, in Fußballstadien, Universitäten und anderen Einrichtungen statt – die Vorfreude auf die WM 2010 wird mit Infos über Südafrikas Gegenwart und Vergangenheit, Entwicklungschancen, Problemen und Erfolgen verbunden.

Auch der Global Campus 21 ist Teil des Projekts. Auf der Online-Plattform können die deutschen Experten in einem geschützten Raum ihre Erfahrungen austauschen. So finden sie leicht Kollegen, die sich vielleicht mit ähnlichen Problemen bereits beschäftigt haben. Gemeinsam können sie dann gezielt ihre südafrikanische Partner beraten. Die deutschen Vertreter stärken somit das deutsch-südafrikanische Netzwerk von WM-Experten und machen gleichzeitig ihr internationales Know-how und Engagement auch für die eigene Kommune sichtbar.

Das Projekt wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von InWEnt durchgeführt und ist Bestandteil der deutsch-südafrikanischen Regierungsvereinbarungen. Es ist eng mit den Aktivitäten der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit von DED, GTZ, CIM und KfW verzahnt. Gemeinsam mit dem InWEnt Regionalbüro in Pretoria ist die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) zentraler Ansprechpartner für dieses Projekt.